Sind Freiwilligendienste geeignet, das Elend aus der Welt zu schaffen? Für andere etwas tun: Freiwilligendienste zwi-schen Ehrenamt und prekären Arbeitsverhält-nissen.

Autor/innen

  • Gisela Notz

DOI:

https://doi.org/10.18156/eug-2-2016-art-1

Abstract

Seit Beginn der Industrialisierung wird in Zeiten von zunehmender Armut, hoher Erwerbslosigkeit und prekärer Erwerbsarbeitsverhältnisse an die wohlhabenden BürgerInnen appelliert, dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Die Appelle haben sich bis heute kaum geändert, doch die Zielgruppe der „Ehrenamtlichen“ oder „Freiwilligen“ ist größer geworden. Mit dem Einsatz des Rotstiftes vor allem im Sozial-, Gesundheits- und Kulturbereich wird heute nicht mehr alleine an das Engagement der BürgerInnen appelliert, „freiwillig“ und unbezahlt oder mit einem Taschengeld versehen, für das Gemeinwesen tätig zu. Die Appelle richten sich vielmehr mit immer neuen Programmen an immer neue Zielgruppen und schließlich an die Erwerbslosen und Armen selbst.

Um die gesellschaftliche Funktion der „freiwilligen“ Arbeit nachvollziehen zu können, wird es notwendig, sich die historische Entwicklung der „freiwilligen“ Arbeit näher anzusehen (Rückblick), dann auf die aktuelle Situation einzugehen (Einblick) und schließlich Perspektiven aufzuzeigen (Ausblick).

Autor/innen-Biografie

Gisela Notz

Geb. 1942 in Schweinfurt, Dr. phil. Sozialwissen-schaftlerin, Studium an der TU Berlin, lebt und arbeitet freiberuflich in Berlin. Neuere Veröffentlichungen: Femi-nismus, Köln 2011. „Freiwilligendienste“ für alle. Von der ehrenamtlichen Tätigkeit zur Prekarisierung der „freiwilli-gen“ Arbeit, Neu-Ulm 2012; Theorien alternativen Wirt-schaften, Stuttgart 2012; Kritik des Familismus, Stuttgart 2015.

Downloads

Veröffentlicht

22.12.2016

Ausgabe

Rubrik

Artikel